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Netzwerk Renaturierung
Veranstaltungen

Die Motivation des Netzwerks Renaturierung ist es, Verbindungen von Praktikern und Wissenschaftlern zu fördern und einen produktiven Austausch von neuartigen Ideen, theoretischem Wissen und konkreten Erfahrungen zu ermöglichen.

Das Netzwerk führt jährliche Treffen in unterschiedlichen Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zu aktuellen Themen der ökologischen Renaturierung durch, die mit der Besichtigung von Projekt- und Umsetzungsgebieten verbunden werden, wobei Wert auf ausreichend Zeit für Diskussionen vor Ort gelegt wird.

Die Struktur und Organisation der Treffen mit Exkursionen hat keine feste Form und liegt in den Händen der lokal Verantwortlichen, die eine solche Veranstaltung eventuell mit ohnehin stattfinden Abschlussveranstaltungen größerer Projekte verbinden können.

Diese Seite liefert Berichte zu bereits stattgefundenen Treffen, als kleine Referenz.

Berichte

3. Treffen des Netzwerks Renaturierung: Renaturierung von Mooren im Landkreis Vechta und in der Dümmerniederung

Am 26. und 27. April 2018 fand am Institut für Landschaftsökologie der Universität Münster das dritte Treffen des Netzwerks Renaturierung mit 25 Teilnehmern und Teilnehmerinnen statt. Norbert Hölzel organisierte ein interessantes Vortragsprogramm und eine spannende Exkursion. Der erste Vortragsblock umfasste wissenschaftliche Grundlagen und Umsetzungsbeispiele für Naturnahe Begrünungsverfahren mit Vorträgen und Diskussionen über "Genetische Differenzierung und lokale Adaption in Regio-Saatgut" (Anna Lampei Bucharova, WWU Münster), "Naturnahe Begrünungen in urbanen Lebensräumen" (Kathrin Kiehl, HS Osnabrück) und die „Aufwertung und Pflege von Feldrainen in der Agrarlandschaft“ (Anita Kirmer, HS Anhalt). Im zweiten Block ging es dann um die Renaturierung von Feuchtgebieten und Mooren mit Beiträgen zur "Renaturierung von Weichwasserseen in den Niederlanden" (Eva Remke, BEWARE, Nijmegen) und „Renaturierung von Kalkmooren in Brandenburg" (Michael Zauft, Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg) sowie zur Frage ob „Wiedervernässte Hochmoore: Senken oder Quellen von Treibhausgasen?“ sind (Svenja Agethen, WWU Münster). Auch hier brachten sich die Teilnehmer/innen mit angeregten Diskussionen ein. Der letzte Vortrag von Peter Raabe (WWU Münster) führte mit dem Thema "Vermehrung und Etablierung von Bulttorfmoosen zur Renaturierung abgetorfter Hochmoore" bereits in das Themenfeld der Exkursion und das Exkursionsgebiet ein. Am 26.4. sahen wir uns zunächst Sphagnum-Vermehrungskulturen auf dem Gelände der Firma Gramoflor bei Vechta an.

3.Treffen - Moorrenaturierung: Vermehrung Sphagnum sp.
3.Treffen - Moorrenaturierung: Vermehrung Sphagnum sp.
Sphagnum sp.
Sphagnum sp.
Nach dem Torfabbau
Ausblick

Fotos: Kathrin Kiehl, Albin Blaschka, Netzwerk Renaturierung

Anschließend wurden Experimente zur Etablierung von Bulttorfmoosen auf wiedervernässten ehemaligen Torfabbbauflächen der Firma besichtigt, die im Rahmen eines DBU-Projektes durch die Universität Münster angelegt wurden. Peter Raabe stellte dabei unterschiedliche Versuchsvarianten mit mehreren Torfmoosarten und verschiedenen Wasserständen vor, deren Auswirkungen vor Ort im Gelände betrachtet und diskutiert wurden. Zum Schluss besuchten wir noch das Ochsenmoor, ein großes Niedermoor südlich des Dümmers, in dem sich Wiesenbrüterpopulationen, Feuchtwiesen und Seggenrieder nach großflächigen Wiedervernässungs- und Extensivierungsmaßnahmen sehr erfolgreich entwickelt haben.

2. Treffen des Netzwerks zum Thema Moorrenaturierung

Vorstellung Renaturierung Hopfenwinkelmoor

Am 21. und 22. November 2017 fand das 2. Treffen des Netzwerk Renaturierung in Friedenfels (Fichtelgebirge) statt. Den Rahmen bot die Abschlussveranstaltung des Projektes "Effizienzkontrolle von Moorrenaturierung in Bezug auf den Klimawandel" von Johannes Kollmann und seiner Arbeitsgruppe an der TU München am Lehrstuhl für Renaturierungsökologie. Das dreijährige Projekt wurde gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Rund 40 Teilnehmer konnten sich über die Projektergebnisse aus erster Hand und vor Ort informieren und damit einen umfassenden Einblick gewinnen. Das vorgestellte Projekt umfasst zwei Teilbereiche: In zwei Mooren im Steinwald wurden aufbauend auf Bestandsaufnahmen ein Maßnahmenkonzept entwickelt, welches nun schrittweise umgesetzt wird. Nach den dreijährigen Bemühungen der Projektpartner (TU München, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Landesbund für Vogelschutz und Auffangstation für Reptilien München) können bereits erste Erfolge verzeichnet werden.

Der zweite Bereich des präsentierten Projektes beschäftigte sich mit der Evaluierung erfolgter Renaturierungsmaßnahmen unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes an 12 Standorten, die zwischen 1998 und 2015 durchgeführt wurden. Ergänzt wurde das Programm von externen Experten, die die Sicht von außen zum Thema einbrachten.

In den Diskussionen rund um die Vorträge und besonders während der Exkursionen konnten trotz zeitweiser widriger Wetterverhältnisse viele Erfahrungen ausgetauscht werden und Kontakte gepflegt werden, wie es die Idee des Netzwerk Renaturierung ist. Erfreulicherweise konnten auch neue Interessenten für unser Netzwerk gewonnen werden!

Regen im Hopfenwinkel
Palmlohe
Regen im Hopfenwinkel

1. Treffen des Netzwerks: Naturnahe Begrünung von Rohböden

Am 21. und 22. Juni 2017 fand mit 34 Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland das 1. Treffen des Netzwerks Renaturierung statt. Christina Grätz (NagolaRe), Hendrik Zank und Christoph Oberndorfer (LEAG) luden ein, Wildpflanzen-Vermehrungsflächen von NagolaRe und Renaturierungsflächen im Tagebau Jänschwalde bei Cottbus (Brandenburg) zu besichtigen. Der erste Teil war Vorträgen und lebhaften Diskussionen zu folgenden Themen gewidmet:

  • Naturnahe Begrünung von Rohböden (Anita Kirmer, Hochschule Anhalt)
  • Vermehrung und Produktion gebietseigenen Wildpflanzensaatguts (Johannes Rieger, Rieger-Hoffmann GmbH)
  • Aufbau und Funktionalitäten des Spenderflächenkatasters in Sachsen-Anhalt (Sandra Mann, Hochschule Anhalt)
  • Einführung in das Exkursionsgebiet Tagebau Jänschwalde (Hendrik Zank, LEAG Lausitz Energie Bergbau AG)

Anschließend an die Diskussion folgte eine Besichtigung der Vermehrungsflächen von zertifiziertem Wildpflanzensaatgut (NagolaRe, Jänschwalde). Christina Grätz stellte Ihren Betrieb mit allen bisher erreichten Erfolgen sowie bestehenden Herausforderungen vor.

Am Folgetag konnten sich die Teilnehmer im Tagebau Jänschwalde die dort großflächig praktizierte und mit verschiedenen Methoden der naturnahen Begrünung umgesetzte Renaturierung anschauen. Der Umfang der dort seit 2009 jährlich auf ca. 30 - 50 ha angewendeten Maßnahmen zur Renaturierung von Offenland- und Waldlebensräumen hat zweifelsohne eine europaweite Vorbildwirkung.

Einen ausführlichen Bericht zum ersten Treffen, erstellt von Kathrin Kiehl und Sabine Tischew, können Sie als PDF herunterladen!